Kielsprat & Wembley “Klönschnack Twitteristi” feat. @diepebbs

Kiel Sprat: Na Wurstnase, es ist mal wieder soweit – Twitteristi-Time.

Wembley: Na super, wen haste denn dieses Mal angeschleppt? Hoffentlich mal ‘ne ordentliche Schnitte und nicht wieder so’n einen Kerl wie beim letzten Mal.

Kiel Sprat: Du bist ein Horni, hier geht es um die Twitteristi. Also, halt Dich zurück. Aber, Sportsfreund, heute haben wir wegen der Geschlechtergerechtigkeit tatsächlich eine Dame auf der Bühne.

Wembley: Chaka!

Kiel Sprat: Voilà – @diepebbs


Guten Abend, die Herren.

 

Wembley: Die was? Oh… hallo Frau @diepebbs. Na, wen haben wir denn da? Ich meine, wenn wir hier fertig sind, dann…

Kiel Sprat: Du kleiner, grüner Schwerenöter, wir wollen interviewen. Also, was uns immer zuerst interessiert ist, was oder wer hat Dich zu Twitter gebracht?

 Zum Geburtstag bekam ich damals das erste Twitterbuch von @HappySchnitzel geschenkt.

 

Wembley: Uhaaaa, Glückliches Fleisch,ist sie mehr glücklich oder mehr Fleisch?

 In jedem Fall keine kleine grüne Mistkröte – also, Schnauze!
Wembley: Ja, is’ ja gut.

 

 Wie auch immer. Ich kannte sie aus München ganz ohne Twitter. Daraufhin habe ich mich angemeldet und war anfangs völlig überfordert mit Replys, Mentions, DM’s und Followern.

 

Kiel Sprat: Das ging wohl jedem Twitter-Einsteiger so, ziemlich kryptisch alles am Anfang.

Wembley: Ja, und irgendwie unübersichtlich und nicht wirklich mit Sinn behaftet. Aber wenn man dann erst mal drinnen ist läuft’s.

 Genau, auch bei mir hat es nicht lange gedauert, dann machte es SWOOOOPS…und Twitter hatte mich eingesogen.

 

Kiel Sprat: Ja, Du bist Twitter dann nach dem Einstieg treu geblieben – offensichtlich. Was macht diese große Liebe aus?

 Warum ich twittere? Gute Frage. Ich glaube, mein Kopf würde irgendwann platzen, könnte ich diese ganze kreative Scheiße, die da oben drin rum hopst, nicht irgendwo raus lassen. Es macht einfach Spaß, es ist Vielfalt an Charakteren, ich meine, wo bekommt man sonst eine Spannbreite von glitzernden Einhörnern bis zum Kacken geboten?

 

Wembley: Hat Sie gerade Fäkalworte benutzt? Ich möchte das nicht!

Kiel Sprat: Warte ‘mal ab, was noch passiert, wenn Du weiter so popelig bist.

Wembley: Mach’ Dich locker, ich mach’ doch nur Spaß. Also Fräulein Pebbs, Sie sagen also, dass Twitter das Ventil für die geistigen Ergüsse ist, richtig?

 Yep oder einfach zusammengefasst: ‘Yaaaay!’ und ‘Alter!’, das ist Twitter.

 

Kiel Sprat: Spannend neben den Tweets sind ja auch immer die Twitternamen. Erzählen Sie uns etwas über „@diepebbs“?

 Nö.

 

Wembley: Und wenn ich Ihnen schöne Augen mache, so ganz tief von drinnen schaue?

 Okay, dann doch. Ist kein Geheimnis. Ist eine Kurzform von ‘Pebbles’, die Kleene von den Feuersteins. Ich stand eines Morgens mit einer Frisur auf, in der nur noch der Knochen gefehlt hätte…irgendwie ist der Name dann an mir hängen geblieben. Und ich mag den auch. Werde auch von einigen generell nur mit Pebbs angesprochen.

 

Wembley: Ich hoffe doch nicht, wenn ich neben Ihnen aufwache, dass Sie tatsächlich einen Knochen im Haar haben.

 Machen Sie die Augen zu, dann sehen Sie, was Sie bekommen.

 

Kiel Sprat: Dann hätten wir das auch geklärt. Spannend ist ja immer, wenn das Twitterdasein auf die Realität trifft. Erfahrungen?

 Ja. Die ersten Twitterer live habe ich im Februar diesen Jahres kennen gelernt, als ich in Berlin bei der Treppenhauslesung vom @Vergraemer mitgemacht habe. Da kam der @HerrVanBohm uns am Bahnhof entgegen gesprungen…

 

Wembley: Der Hund, den kennen wir doch auch.

 …gut möglich. Außerdem habe ich mit dem @Griesgraemer gelesen und einfach ganz viele von denen getroffen, die man in seiner TL hat und jeden Tag liest.

 

Kiel Sprat: Treppenhauslesung, mit dem @Griesgraemer gelesen…

Wembley: Ey, auch die alte Nulpe…

Kiel Sprat: …ja, bleib ruhig. Ich wollte fragen, können Sie den geneigten Lesern verklickern, was sich hinter diesen Dingen verbirgt? Wer liest, was wird gelesen, vor wem – können Sie dem Publikum einen Einblick gewähren?

Nun, der geehrte Herr Jan-Uwe Fitz alias @Vergraemer liest immer mal wieder aus seinem Buch „Entschuldigen Sie meine Störung“ vor. Und weil er sich das alleine nicht so richtig traut, holt er sich ein paar Twitterer an die Seite, die bei ihm gastauftreten dürfen oder Pausenfüller spielen.

 

Gelesen wird alles von jedem für jeden und betrunken sind wir sowieso alle. Im Februar eben in einem alten Treppenhaus im St. Oberholz in Berlin.

Kiel Sprat: Okay, und die Quintessenz?

 Ich fand das sehr spannend. Twitter verbindet die unterschiedlichsten Leute, weil alle irgendwo ‘nen Hau weg haben. Und das liebe ich. Aber was ich bei diesen Twitterbekanntschaften sehr skurril fand, war, dass im Ernst Leute auf mich zu kamen, sich schüchtern vorstellten und meinten, sie wären Fans oder sogar ‘Groupies’ von mir. Das war ein ganz und gar seltsames Gefühl.

 

Wembley: Ah, das legt sich. Ich hab’ Millionen Groupies, mit vielen schlafe ich auch, aber der Reiz und die Faszination lässt dann irgendwann nach. Trotzdem, das Gefühl ist schon geil, da haben…

Kiel Sprat: …Du alter Poser, Du hast nicht mal ‘ne Freundin, geschweige denn Sex. Schön die Bälle flach halten, sonst plauder ich ‘mal aus dem Nähkästchen.

Wembley: Okay, machen wir weiter – JETZT!

Kiel Sprat: Ich finde das witzig, dass aus so einem Netzwerk heraus Berühmtheiten entstehen und so eine Popstar-Aufmerksamkeit erzeugt wird. Wer ist nicht schon alles via Youtube berühmt geworden, mit was für einer Soße. Ist das eine Rolle, die da auf Twitter gespielt wird oder ist das ein Abbild 1:1?

 Das kann man pauschal kaum sagen. Es gibt Leute, die in einer Rolle schreiben und wenn man die live trifft, sind sie natürlich anders. Es gibt aber viele, die genau den Vorstellungen entsprechen, die man über die Zeit von ihnen aufgebaut hatte. Mir hat man oft gesagt, ich sei genau wie in meinen Tweets. Das freut mich.

 

Wembley: Mit Authentizität bin ich auch immer am Besten gefahren. Das macht auch meinen Erfolg aus!

Kiel Sprat: So, wenn wir ausgelacht haben, können wir ja weitermachen.

Wembley: Okay. Wie sieht’s denn aus mit „ich twittere und kein Freund, Kollege etc. weiß etwas davon“?

 Sie meinen so im Sinne: ‘Vorsicht! Chef liest mit!’?

 

Wembley: Exactamente!

 Also, gerade in letzter Zeit zieht es weitere Kreise, bedingt durch die Lesungen vom Fitz. Einige Kollegen wissen, dass ich bei Twitter bin, lesen mich dort aber nicht. Genau so meine Familie, die haben ja nicht mal das RAMM TAMM TAMM verstanden, als ich mal den Versuch wagte, es zu erklären. So kann das ruhig auch bleiben.

 

Wembley: Ähm, nun, ja…

Kiel Sprat: Der Gute versteht das RAMM TAMM TAMM auch nicht, erklären Sie’s kurz.

 Das kann ich nur freitags. Da machen wa nämlich immer RAMM TAMM TAMM und das finden wir guuuuut. Aber nur, wenn es auch Mariacron…ach, fragen Sie doch den Griesi.

 

Kiel Sprat: Nun gut, aber wie so oft im Leben, es ist nicht alles Mariacron, was glänzt. Gibt es etwas Negatives über Twitter und das Drumherum zu berichten?

 Diese Mobbinggeschichten. Ich finde es zum Kotzen, dass einige wirklich aufhören und Ihren Account löschen, weil sie von anderen, die sich durch die Anonymität des Internets stark fühlen, fertig gemacht werden. Da gehen uns großartige Menschen verloren.

 

Wembley: Recht hat sie. Ihr dummen Lümmel, aber ja, sie sagten es ja gerade. Wenn man weiter spinnen könnte, was würden Sie sich auf Twitter wünschen?

 Eine Funktion, die es erlaubt, Fotos per DM zu verschicken. Wegen der Nacktfotos beim DM-Sex.

 

Wembley: Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Worte sagen werde: „Bitte heiraten Sie mich!“

Kiel Sprat: Kannst Du Deine Avancen auf den Backstagebereich verschieben, wir sind hier öffentlich, dass wird später nur peinlich – ich schütze Dich mein Freund. Wir sind bald durch, dann kannste Dein Glück versuchen. Wo wir dabei sind, wenn Sie dem Charme des grünen Kollegen widerstehen, wem sollte man nicht widerstehen, gibt es unausweichliche #ff’s?

 Moa, ich bin kein wirklicher Fan von #ff. Ich empfehle auch nicht nur freitags, was soll das? Wenn ich jemanden entdecke, den ich für sehr lesenswert halte, schmeiße ich ein paar RT in die TL, der Rest soll jeder für sich entscheiden.

 

Wembley: Weise Worte und doch werde ich der einzig wahre #ff von @diepebbs.

Ruhig Blut junger Mann. Es gibt einige Twitterer, die ich regelmäßig lese, die mich zum Lachen, Grinsen, Nachdenken, Mitfühlen bringen, aber mich da für drei zu entscheiden…keine Chance. Und schon gar nicht für einen kleinen grünen ausschließlich…

 

Kiel Sprat: Wir haben schon viele gute Einblicke bekommen, besten Dank, das wird viele Twitterjünger interessieren. Gibt’s einen Protipp für Twitterneulinge, eine ungeschriebene goldene Twitterregel?

Keine Smileys mit Nasen. Wir sind ja nicht bei FB.

 

Wembley: Ha! So soll es sein. Viele der Twittereinsteiger fragen sich am Anfang, was soll das Ganze, was bringt es mir. Was hat es Dir gebracht?

 Finde es zum Teil faszinierend, was Twitter bewirken kann. Ich hätte z.B. nie gedacht, dass ich mal die Möglichkeit haben werde, meine Texte vor Publikum zu lesen. Und nun mache ich am 21.4. in Würzburg schon zum zweiten Mal bei der Lesung vom @Vergraemer mit. Und andere wollen sogar Interviews mit mir führen. Verrückt.

 

Wembley: Ey, Kiel Sprat, ich kann am 21. nicht mehr, mir ist was dazwischen gekommen. Und diese Interview-Heinis kommen die von der seriösen Presse oder, äh, Moment…

Kiel Sprat: Knick Knack, macht sie Rasensport? Du Blitzmerker. Vor dem finale furioso eine letzte Frage. Wie sieht es mit besonders bemerkenswerten Dialogen aus? Haste da etwas auf Lager, irgendeine Geschichte, die bei Dir besonders hängen geblieben ist?

 Muahaha, ja. Und ob. Es gibt sehr viele wunderbar schräge Gespräche, die man führt. Aus der besten habe ich ein Theaterstück geschrieben. Da hat der @Griesgraemer mal versucht, romantisch zu sein.

 

Wembley: Gleich geh’ ich nach Hause. Ich lass’ mir hier keine Weltbilder zerstören.

Kiel Sprat: Bleib’ locker, am Ende wird meistens alles gut. Sie wollten noch etwas sagen…

 Apropos: Ich hasse es ja, wenn Leute solche Gelegenheiten wie hier für Eigenwerbung nutzen. Wer mehr darüber erfahren will, klickt sich mal auf www.kreuzundquerbeet.wordpress.com. Da finden Sie unter anderem auch das eben erwähnte Theaterstück nebst anderen unglaublich gut geschriebenen Dingen. Ich glaube, der Autor des Ganzen…bin ich…wo war ich?

 

Wembley: Na dann, das wird meine heutige Nachtlektüre. Zum Schluss die berühmte Vergleichsabfrage – Twitter als Drink, was wäre das?

 Egal. Hauptsache, man kann es in eine Tasse füllen, sie sich vor’s Gesicht halten und einen neuen Avatar damit knipsen.

 

Kiel Sprat: Diese Tasse ist auch so ein Dauerrenner. Twitter als Film?

 Der Stadtneurotiker. Wir sind alle kleine Woody Allens. Liebesleid gemischt mit Ironie, Situationskomik und Dialogwitz und dabei über das Leben und die Dinge als solche sinnieren.

 

Kiel Sprat: Und welches Tier wählen Sie?

 Da würde ich das Flauschhörnchen wählen. Weil Nacktmull und Einhorn sagen ja alle.

 

Wembley: Und dann, vielleicht nichts für die Dame, aber wenn es eine Automarke wäre?

 So ein alter VW-Bus. Jede Menge Platz für Ideen, mit ganz viel Liebe drin, Kratzern dran und nen Gepäckträger für den emotionalen Balast.

 

Kiel Sprat: Herzlichen Dank und wir gleiten über die Ziellinie mit der wohl wichtigsten Frage: Wäre Twitter eine Region/Stadt in unser geliebten Republik, welche wäre das?

Wixhausen ja mal nicht. Oder gerade doch? Nächste Frage bitte.

 

Wembley: Das gefällt mir deutlich besser als Offenbach. Haben Sie vielleicht eine Schwester, falls es mit uns nicht klappt, dann könnte die doch beim nächsten Mal hier auf der Couch und so, Sie wissen schon.

 Das hätten Sie wohl gerne, aber nehmen Sie doch statt dessen den @Griesgraemer. Der scharrt schon mit seinem Penis im Sand.

 

Wembley: So, jetzt geh’ ich wirklich nach Hause.

Kiel Sprat: Besten Dank noch einmal an @diepebbs und tosenden Beifall. Bis demnächst und beehren Sie uns bald wieder, wenn es heißt Klönschnack mit Wembley und mir feat. Twitteristi!

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